Einkaufen und Umweltschutz im Einklang: 1.200 heimische Rohstofflieferanten sorgen für 1.300 Produkte mit dem Bayerischen Bio-Siegel

Regional und Bio immer beliebter: Mittlerweile tragen 1.300 Produkte das Bayerische Bio-Siegel. Foto: StMELF 

 

Umweltschutz beginnt im Einkaufskorb. Und das nicht erst seit der „Fridays for Future“-Bewegung. Saisonale und regionale Angebote, das wünschen sich die Kunden. Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit spielen beim Einkauf eine immer größere Rolle. 

Seit 2015 kennzeichnet das Bayerische Bio-Siegel genau jene Angebote, deren Produktrohstoffe ausschließlich aus Bayern stammen und deren zuliefernde Bauernhöfe zu 100 Prozent nach ökologischen Richtlinien arbeiten. Jetzt hat der Siegel-Initiator, das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, allen Grund zum Feiern: Die Menge an ausgezeichneten Produkten, die Zahl der registrierten Siegelnutzer und die Anzahl der heimischen Rohstofflieferanten liegen allesamt auf Rekordniveau!

Insgesamt 1.300 Produkt sind mittlerweile mit dem Bayerischen Bio-Siegel versehen. So viele wie noch nie. Von Milchprodukten über Kräuter, Getränke, Obst und Gemüse, Getreide bis hin zu Fleisch- und Wurstwaren. Bei jedem Produkt können die Käufer sichergehen, dass sämtliche Rohstoffe aus Bayern stammen. Das freut auch die vier in Bayern aktiven Öko-Anbauverbände Bioland, Biokreis, Demeter sowie Naturland. An deren Qualitätsstandards orientieren sich die Vorgaben für das Bayerische Bio-Siegel, die damit deutlich über der EG-Öko-Verordnung liegen.

Zahl der Rohstofflieferanten steigt auf 1.200 heimische Landwirte und Öko-Bauernhöfe

Genauso hoch wie die Menge an unterschiedlichen Produkten ist mittlerweile die Zahl der Zulieferer für die heimischen Rohstoffe. Insgesamt 1.200 bayerische Landwirte sind in das Bio-Siegel-System eingebunden. Darüber hinaus sind mittlerweile mehr als 170 Unternehmen als Zeichennutzer registriert, darunter jeweils die größte Bio-Brauerei, Bio-Bäckerei und Bio-Molkerei Deutschlands. Trotz der strengen Vorgaben steigt die Zahl der Zeichennutzer jedes Jahr konstant. Sie alle müssen nachweisen, dass wirklich jeder Schritt – vom Erzeugen der Rohstoffe über die Verarbeitung bis zur Ladentheke – lückenlos in Bayern erfolgt.

Bio und regional: die optimale Verkaufsstrategie für Lebensmittel

Und auch die Marktentwicklung spricht für die Kennzeichnung mit dem Bayerischen Bio-Siegel. Seit Jahren steigen die Umsatzzahlen für Bio-Lebensmittel deutschlandweit. Durch deren Verkauf konnte 2018 in der Bundesrepublik ein Umsatz von rund 10,91 Milliarden Euro erwirtschaftet werden – 5,5 Prozent mehr als im Jahr davor, belegen aktuellen Erhebungen des Bio-Spitzenverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Vor allem Discounter und Vollsortimenter des Lebensmitteleinzelhandels steigerten ihre Umsätze um überdurchschnittliche 8,6 Prozent auf 6,43 Milliarden Euro Umsatz im Bio-Segment. Damit erreicht der Lebensmitteleinzelhandel mittlerweile einen Anteil von knapp 59 Prozent am Bio-Markt. Die Discounter holen weiter auf, großflächige Supermärkte weiten ihr Sortiment deutlich aus. Vor diesem Hintergrund wird ersichtlich, warum Landwirte, Hersteller und Handel immer mehr auf das Bayerische Bio-Siegel setzen: Es hilft den Verbrauchern, Produkte und Hersteller zu identifizieren, die ihrem Wunsch nach regionaler und ökologischer Erzeugung gerecht werden. Im Zusammenspiel von Erzeugern, Verarbeitern und Kontrollsystem trägt das Siegel dazu bei, kurze Lieferwege, regionale Wirtschaftskreisläufe und eine erhöhte Bio-Qualität zu fördern.

Bayern deutschlandweit führend: Absatzwachstum bei Milchprodukten

Vor allem das Trockensortiment konnte bei den Umsatzzahlen kräftig zulegen, da neben Drogeriemärkten zuletzt auch Discounter verschiedene Müsli, Brotaufstriche oder Säfte ins Bio-Sortiment aufnahmen. Milch- und Molkereiprodukte waren bei den Frischeerzeugnissen am erfolgreichsten. Hier legten Käse und Trinkmilch am stärksten zu. Nach Analysen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wurden in 2018 deutschlandweit 1,12 Milliarden Kilogramm Bio-Milch erzeugt. Beinahe 50 Prozent davon kommt aus Bayern – exakt 546 Millionen Kilogramm. Dies wiederum entspricht 7,4 Prozent der Gesamtmilchanlieferung in Bayern. Daneben ist bei den Bio-Frischeprodukten insbesondere Rindfleisch stark nachgefragt. Etwas schwächer entwickelten sich 2018 der Absatz von Obst und Gemüse. Ein verregneter Vorsommer und Spätfrost verringerten die Ernten der Lagergemüsearten und der Äpfel. Zudem wurde im Dürrejahr 2018 insgesamt weniger Gemüse geerntet, während die Obsternte wiederum anstieg, so die Angaben des BÖLW.

BioRegio 2030: Umbau zu nachhaltiger Lebensmittelwirtschaft vorantreiben

Das Gesamtkonzept ist ein wesentlicher Bestandteil des 2012 vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium initiierten Landesprogramms BioRegio Bayern 2020. Ziel des Programms ist, die Bio-Produktion im Freistaat bis 2020 zu verdoppeln, um die weiterhin steigende Nachfrage nach Bio-Produkten vermehrt aus heimischer Produktion zu decken. Und die Bedeutung des Ökolandbaus in Bayern wächst jedes Jahr weiter: Aktuell bewirtschaften im Freistaat mehr als 10.000 Betriebe insgesamt rund 350.000 Hektar Land nach ökologischen Vorgaben – das ist die Fläche der Bundesländer Berlin und Saarland zusammengenommen. Der Öko-Anteil an der landwirtschaftlichen Fläche in Bayern liegt damit jetzt bei rund elf Prozent. Auch der Anteil der Bio-Betriebe liegt im Freistaat bei knapp zehn Prozent. Damit ist Bayern im Bio-Landbau Vorreiter in Deutschland. Die Bayerische Staatsregierung hat bereits angekündigt, das Landesprogramm unter dem Titel BioRegio 2030 weiter zu entwickeln. Erste Eckpunkte wurden bereits vorgestellt. Um Marktverwerfungen zu vermeiden, wird verstärkt auf die Steigerung von Absatz und Nachfrage gesetzt. Durch die Annahme des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ hat der Ausbau des Ökolandbaus in Bayern zusätzlichen Schwung bekommen. Das staatliche Ziel im Gesetzesentwurf des Volksbegehrens mit 30 Prozent Ökolandbaufläche bis 2030 ist nun noch ambitionierter geworden. 

 

 

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